Feiertage

  • Silvester (31. Dezember)

Das neue Jahr beginnt damit, das alte zu verabschieden. Das war schon immer ein großes Fest: Es wird viel Essen vorbereitet und man trägt seine beste Kleidung. Bis Mitternacht wird gegessen, getrunken und getanzt. Um Mitternacht versammeln sich die Menschen in den Straßen mit Sektgläsern in den Händen, das Feuerwerk beginnt und die Sektkorken knallen. Ein estnischer Brauch ist das Bleigießen in den Schnee oder in kaltes Wasser. Wenn man sich später das erhartete Blei bei Kerzenlicht anschaut, kann man sein Schicksal für das nächste Jahr vorhersehen. Solange die Kinder noch klein sind, bleibt man an Silvester zu Hause, aber sobald die Kinder älter werden,  gehen sie mit ihren Freunden aus. In den letzten Jahren wurden immer mehr große und glamouröse Silvesterpartys abgehalten. An Neujahr bleibt man in der Regel zu Hause, dann ist es in der ganzen Stadt ruhig. Ein Frohes Neues wünscht man sich bis zum 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige.

 

  • Vastlapäev (zweiter Dienstag im Februar).

In vielen Ländern wird dieser Tag als Fastnachtsdienstag gefeiert, aber in Estland  feiert man Vastlapäev. Es ist der Beginn der Fastenzeit. Vor langer Zeit gingen die Menschen am Vastlapäev Schlittenfahren, um ein ertragreiches Jahr im Flachs- und Hanfanbau zu haben. Auch heutzutage fahren noch viele Menschen Schlitten, aber niemand denkt mehr an die Ernte. Traditionell werden Erbsensuppe, Schweinehufe und Vastlakuklid (süße Gebäckstücke) gegessen.

  • Unabhängigkeitstag (24. Februar)

Dies ist eine der seltenen Gelegenheiten, an denen die Esten ihre Flaggen herausholen. Militärparaden werden abgehalten und der Präsident hält eine Rede. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern wird in Estland der Unabhängigkeitstag ruhig und friedlich vebracht.

 

  • Ostern

Ostern ist in Estland kein so religiöser Feiertag wie in vielen anderen Ländern, sondern eher ein Frühlingsfeiertag. Die Kinder nennen es meistens “Eiertag”, weil  die Esten am Ostersonntag gefärbte Eier essen. Diese werden gewöhnlich mit Zwiebelschalen, gefärbtem Garn oder Birkenblättern und -knospen gefärbt. Die Zimmer werden mit kleinen Hasen- und Hühnerfiguren dekoriert.

  • Johannistag (24. Juni)

Der Johannistag ist einer der Feiertage, über den viele Menschen ausserhalb der baltischen und nordischen Länder nichts wissen, obwohl damit die kürzeste Nacht des Jahres gefeiert wird und Sommersonnenwende ist. Menschen fahren normalerweise aufs Land und versammeln sich um ein großes Feuer, um zu tanzen, zu singen und bis tief in die Nacht zu feiern.
 

  • Mardipäev/Martinstag (10. November)

Dies ist mehr ein Feiertag für die Männer, welcher im Volkskalender mit Fruchtbarkeit verbunden ist. Heutzutage verkleiden sich die Kinder und gehen von Tür zu Tür, singen, tanzen und bekommen Süßigkeiten, ähnlich wie an Halloween.

 

  • Kadripäev/Katharinentag (25. November)

Am Kadripäev verkleiden sich alle als Mädchen. Genau wie an Mardipäev geht man von Haus zu Haus, wünscht jedem Glück und erhält Süßes.
 

  • Weihnachten (25. und 26. Dezember)

Als Estland noch zur Sowjetunion gehörte, war Weihnachten offiziell verboten. Stattdessen feierte man “Näärid” am 31. Dezember, an dem auch die Geschenke verteilt wurden. Heutzutage ist Weihnachten ein ruhiger Feiertag, den jeder mit seiner Familie und den nächsten Verwandten verbringt. Immer mehr Leute gehen zum Weihnachtsgottesdienst. Am 24. werden Weihnachtsbäume in die Stube gebracht und das traditionelle Weihnachtsessen (Blutwurst, Sauerkraut, Fleisch, Kartoffeln und Lebkuchen) wird vorbereitet. An Heiligabend besucht der Weihnachtsmann oft die Familien mit kleineren Kindern.

 

 

est

 

eng